Stadt und Landkreis Landshut ziehen ein erstes positives Fazit
Seit 100 Tagen sind Stadt und Landkreis Landshut Teil des Münchner Verkehrsverbunds (MVV). „Schon jetzt bestätigt sich, dass der Beitritt ein Meilenstein in der Entwicklung des ÖPNV in unserer Region war. Dass sich vor allem am Anfang die Veränderung der Tarifzonen fremd anfühlt, war zu erwarten, jedoch bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass wir die richtige Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Landshut getroffen haben“, sagt Oberbürgermeister Alexander Putz.
Diese Ansicht vertritt auch Landrat Peter Dreier: „Der Beitritt zum MVV war für die Region Landshut ein Türöffner für eine nachhaltige, öffentliche Mobilität. Es war die richtige Entscheidung unserer Gremien, diesen Schritt zu wagen – wir sind bislang nicht enttäuscht worden.“
Auch Michael Rott zeigt sich zufrieden: „Für so eine enorme Umstellung des kompletten Systems haben wir das gut hinbekommen.“ Der Leiter der Verkehrsbetriebe Landshut, der Ende 2024 seine Stelle angetreten hat, hat mit seinem Team der Stadtwerke Landshut den Wechsel vom Landshuter auf dem Münchner Verkehrsverbund erfolgreich vollzogen. „Eine große Umstellung ergab sich für unser Fahrpersonal, da die Fahrgäste beim Kauf eines Fahrscheins nun angeben müssen, ob sie eine Einzelfahrt für das gesamte Stadtbusnetz oder nur ein Kurzstreckenticket für die Fahrt innerhalb der Stadt- oder Gemeindegrenzen benötigen. Dies kann unser Fahrpersonal nicht entscheiden, da das Fahrziel des Fahrgastes zunächst nicht bekannt ist. Hier ist teilweise noch Aufklärungsarbeit notwendig. Jedoch verbessert sich die Situation von Tag zu Tag,“ berichtet Rott.
Zwar sparen nicht alle Kunden, aber Gelegenheitsfahrer sparen vor allem mit der Gemeindekurzstrecke Geld. Jede Busfahrt innerhalb der Gemeinde- beziehungsweise Stadtgrenze gilt als Kurzstrecke, unabhängig von der Anzahl der passierten Haltestellen oder Zonen. Die meisten Fahrten in und aus dem Landkreis Landshut in die Stadt, auch die Wege in die Landeshauptstadt im Einzel- oder Gruppenticket sind deutlich günstiger und so lässt sich das ganze MVV-Gebiet in Zeiten von steigenden Sprit-Kosten günstig und umweltfreundlich erkunden. Mithilfe der MVV-Swipe-App, die sich beim Einsteigen ein- und beim Beenden der Fahrt wieder auscheckt, wird der günstigste Tarif automatisch berechnet.
Doch der MVV bietet mehr als nur Tarife: Die Stadt Landshut ist mit dem Beitritt auch Teil eines großen Netzwerks, das sich unter anderem mit Schulwegmobilität und Bike-Sharing beschäftigt. So startet im Oktober 2026 in Landshut und verschiedenen Verbundgemeinden ein Grundschulwettbewerb, um schon die Kleinsten an den MVV heranzuführen. Schülerinnen und Schüler mit einem Beförderungsanspruch erhalten auch das 365-Euro-Ticket, mit dem sie den ganzen Verbundraum befahren können. Darüber hinaus hat die Stadt Landshut bei dem MVV-Positionspapier mitgewirkt, das im Januar an den bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter übergeben wurde und konkrete Verbesserungsvorschläge und Forderungen enthält, um den Schienenverkehr attraktiv zu gestalten. Bernreiter hat sich für diese Initiative ausdrücklich bedankt und zugesichert, dass sich der Freistaat mit Nachdruck gegenüber dem Bund für eine zeitnahe Verbesserung einsetzen wird. Neben kurzfristigen Lösungen, um möglichst schnell spürbare Verbesserungen zu erreichen, braucht es langfristig für entscheidende Verbesserungen substanziell mehr Geld vom Bund.
Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat den Beitritt großzügig gefördert. Für den Bereich der Initialkosten im allgemeinen ÖPNV erhält die Stadt Landshut eine Förderung in Höhe von 818.333,03 Euro bei Gesamtkosten von 966.921,14 Euro. Für den Bereich der Initialkosten im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) beläuft sich die Förderung auf 296.882,10 Euro. Insgesamt fallen hier Gesamtkosten in Höhe von 329.869,00 Euro an. Im Bereich der Schiene werden neben den Investitionskosten auch die sogenannten Harmonisierungs- und Durchtarifierungsverluste (HDV) gefördert. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 fallen bei der Stadt Landshut hier Kosten in Höhe von 2.680.926,49 Euro an. Die Förderung hierzu beträgt 2.412.833,84 Euro.
Der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter, selbst Niederbayer, freut sich über den Beitritt der Regierungshauptstadt: „Mit den MVV-Erweiterungen profitieren mehr als vier Millionen Menschen von einem einfachen, digitalen und attraktiven ÖPNV. Der Freistaat Bayern unterstützt dieses starke Signal für nachhaltige Mobilität sehr gerne. Durch abgestimmte Verkehrsangebote und verbesserte Fahrgastinformationen rücken Stadt und Land enger zusammen. Die gesamte Region wird dadurch gestärkt.“
Weitere Informationen zum MVV gibt es auf der MVV-Website unter www.mvv-muenchen.de/servus. Dort finden sich auch Veranstaltungs- und Ausflugtipps im MVV-Verbundraum.